RAK-Vorstandswahlen 2017

Terminsstand beim Landgericht Berlin

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Sep 2016

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Vorige Woche erhielt ich eine Ladung zum 01.11. vor das Landgericht Berlin. Juchu, dachte ich mir. Die sind aber fix. Da werde ich schnell mal noch an der Erwiderung feilen.

Mit wohlgesetzten Worten informiere ich die Mandantschaft und rufe gleich noch mal bei der Geschäftsstelle an, um noch eine offene Frage zu klären. Die Anrufversuche aus den letzten Tagen blieben erfolglos. Heute endlich konnte ich mit der zuständigen Akten-Fee sprechen.

Während ich so mit der Dame von der Geschäftsstelle plaudere, fällt mein Blick auf das Datum. Nee, erst 2017 wird die Verhandlung stattfinden, das sind mehr als 13 Monate. Mir rutscht ohne Umweg über den Verstand die Frage raus: „Ist das gerade der übliche Terminsstand?“ Mit einem Seufzen erklärt sie mir: „Wir haben auch schon Termine für 2018!“

Glück gehabt?! Naja, vielleicht verhandeln wir Anwälte die Sache ja doch vorher vom Tisch? Was aber, wenn es wirklich wichtig ist, eine zeitnahe Entscheidung zu erhalten?

Manche Leute bezweifeln die Existenzberechtigung der Justiz. Ich sage dann immer: Na das ist doch besser, als wenn immer der gewinnt, der die größere Keule schwingen kann. Ich mit meinen guten 1,60 m hätte schlechte Karten. Mit Kratzen und Beißen könnte ich auch nicht viel gewinnen. Nicht mal im Wegrennen bin ich gut. Ein fast 2 Meter großer Berufsboxer würde eher grinsen. Doch wenn die Gerichte nicht mehr helfen, könnte ich jeden Mandanten verstehen, der zwischenzeitlich doch mal den Baseballschläger rausholt.

Es gibt also Ecken und Kanten in der Justiz. Aufgabe der Rechtsanwaltskammer ist es auch, diese Probleme an die zuständigen Stellen in Parlament und Regierung weiter zu leiten und auf deren Besserung hinzuwirken… deshalb ist es schon wichtig, wer in der Kammer sitzt und was dieser über den Beruf des Rechtsanwaltes weiß.

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